Hersteller benötigen heute Schnelligkeit, Flexibilität und Entscheidungsfindung in Echtzeit. Viele verlassen sich jedoch nach wie vor auf traditionelle MES-Strategien, die für ein langsameres, besser vorhersehbares industrielles Umfeld konzipiert wurden.
Im Jahr 2026 wird diese Lücke zu einem ernsthaften Problem.
Dieser Artikel untersucht, warum traditionelle MES-Ansätze ins Hintertreffen geraten, wie moderne Alternativen wie komponierbare MES-Plattformen aussehen und wie Hersteller vorankommen können, ohne alles auf einmal zu ersetzen.
Das Problem mit traditionellen MES-Strategien
Seit Jahren gelten Manufacturing Execution Systems (MES) als Rückgrat des Fertigungsbetriebs. Sie helfen bei der Produktionsverfolgung, der Verwaltung von Arbeitsaufträgen und bieten Transparenz in Fertigungsprozessen.
Aktuelle Untersuchungen zeigen, warum.
Laut McKinsey sind Altsysteme branchenübergreifend nach wie vor tief verwurzelt und wirken oft wie ein massiver Anker, der das Geschäft verlangsamt, da viele Systeme vor Jahrzehnten entwickelt wurden und sich nur schwer modernisieren oder ersetzen lassen. Diese Systeme verursachen technische Schulden, schränken die Agilität ein und erschweren es den Herstellern, sich an veränderte Produktionsanforderungen anzupassen.
Das Ergebnis ist ein starres System, das zwar funktioniert, sich aber nicht ohne Weiteres anpassen lässt.
Diese mangelnde Flexibilität erschwert es Herstellern, schnell zu reagieren auf:
- sich ändernde Produktionsanforderungen
- Schwankungen im Personalbestand
- Störungen in der Lieferkette In der Praxis führen traditionelle MES-Strategien oft zu Starrheit – genau dann, wenn Hersteller Flexibilität benötigen.
Warum eine 18-monatige MES-Implementierung im Jahr 2026 einem Todesurteil gleichkommt
In der heutigen Zeit ist es nicht nur ineffizient, 12 bis 18 Monate auf die Implementierung eines MES zu warten, sondern auch riskant.
Hier sind drei Gründe dafür:
1. Sie verlieren an Wettbewerbsagilität Märkte verändern sich schnell. Kundenanforderungen ändern sich. Lieferketten schwanken. Wenn die Bereitstellung Ihres MES über ein Jahr dauert, sind Ihre Prozesse bereits veraltet, wenn das System in Betrieb geht.
2. Hohes Risiko eines Projektmisserfolgs Langwierige MES-Implementierungen gehen oft mit folgenden Problemen einher:
- Scope Creep: Die Anforderungen nehmen zu, da die Beteiligten im Laufe des Projekts immer neue Forderungen stellen, was die Zeitpläne verlängert und die ursprünglichen Ziele verwässert.
- Budgetüberschreitungen: Länger andauernde Projekte verbrauchen durchweg mehr Ressourcen als geplant und überschreiten häufig die ursprünglichen Budgets.
- Mismatch zwischen IT und Betrieb: Wenn sich die Implementierung hinzieht, verlieren die Teams das Vertrauen, was oft zu einer schlechten Akzeptanz und zu Workarounds führt, die die gesamte Investition untergraben. Eine Studie von McKinsey zeigen, dass große Projekte zur digitalen Transformation aufgrund ihrer Komplexität und eines unklaren ROI oft hinter den Erwartungen zurückbleiben.
3. Verzögerter ROI Je länger die Implementierung dauert, desto länger dauert es, bis sich der Nutzen zeigt.
Hersteller investieren in MES, um Produktivität, Qualität und Transparenz zu verbessern, doch diese Vorteile verzögern sich, wenn die Einführung über ein Jahr dauert.
Anstatt die Leistung zu steigern, wird das System zu einem Hindernis.
Option 1: Das modulare MES: Aufbauen auf dem, was Sie bereits haben
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen Hersteller zunehmend auf flexiblere Ansätze, die oft als „modulares MES“ bezeichnet werden.
Die modulare Architektur basiert auf dem Konzept, Systeme aus modularen, wiederverwendbaren Komponenten aufzubauen, die sich bei ändernden Geschäftsanforderungen schnell zusammenstellen und neu konfigurieren lassen. Dieser Ansatz ermöglicht es Herstellern, die Starrheit herkömmlicher MES-Plattformen zu vermeiden und stattdessen agilere, skalierbare Systeme zu schaffen.
In der Fertigung bedeutet dies:
- Den Einsatz kleinerer, fokussierter Anwendungen anstelle großer, monolithischer MES-Systeme.
- Die Integration erstklassiger Tools (z. B. Arbeitsanweisungssoftware, Qualitätswerkzeuge, Analyseplattformen).
- Schnelle und schrittweise Iterationen anstelle des Wartens auf vollständige Systemeinführungen. Dieser Wandel ist besonders wichtig im Jahr 2026, in dem sich Produktionsumgebungen aufgrund von Störungen in der Lieferkette, Veränderungen in der Belegschaft und steigenden Anforderungen an die Individualisierung ständig weiterentwickeln.
Lösungen wie digitale Arbeitsanweisungen ermöglichen es Herstellern beispielsweise, Arbeitsabläufe schnell zu digitalisieren, Echtzeit-Anleitungen bereitzustellen, Ausführungsdaten zu erfassen und eine Verbindung zu IoT-Geräten/Maschinen herzustellen.
Ein solcher modularer Ansatz unterstützt eine iterativere MES-Einführungsstrategie, ermöglicht einen schnelleren ROI und reduziert das Implementierungsrisiko.
Wie kann ich mein starres MES optimieren?
Wenn Sie bereits über ein herkömmliches MES verfügen, ist ein vollständiger Austausch möglicherweise nicht der beste erste Schritt.
Die digitale Transformation in der Fertigung bringt mehr Nutzen, wenn sie schrittweise angegangen wird und der Fokus auf gezielten Verbesserungen statt auf einer vollständigen Systemumstellung liegt.
Unternehmen wie McKinsey betonen, dass veraltete Technologie weiterhin ein großes Hindernis für Unternehmen darstellt, da viele Systeme bereits Jahrzehnte alt und nicht ohne Weiteres zu ersetzen sind.
Unternehmen konzentrieren sich zunehmend darauf, ihre Systeme schrittweise durch einen iterativen Prozess zu modernisieren, um schneller Wert zu schaffen.
Laut McKinsey setzen Unternehmen zunehmend auf modulare Technologiearchitekturen, die es ermöglichen, neue Tools auf bestehende Systeme aufzusetzen, anstatt diese auf einmal zu ersetzen. Dieser Ansatz ermöglicht schnellere Innovationen, eine einfachere Integration und geringere Risiken, da die Kernsysteme erhalten bleiben, während die Funktionen Ihres Betriebs erweitert werden.
Dieser Wandel spiegelt sich auch im MES-Markt selbst wider. MES-Lösungen entwickeln sich hin zu modularen und integrierten Plattformen, bei denen die Funktionalität auf vernetzte Systeme verteilt ist, anstatt in einer einzigen monolithischen Anwendung zusammengefasst zu sein.
In der Praxis konzentriert sich dieser Ansatz darauf, die Datenversorgung Ihres MES zu verbessern, anstatt es zu ersetzen.
Durch die Einführung von Systemen zur Erfassung von Ausführungsdaten, wie beispielsweise Plattformen für digitale Arbeitsanweisungen, können Hersteller Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Leistung verbessern, ohne den Betrieb zu stören.
Anstelle einer vollständigen Umstellung auf einen Schlag stärkt dieser Ansatz Ihr bestehendes MES, indem es mit qualitativ hochwertigeren, kontextbezogenen Daten versorgt wird. Das Ergebnis ist ein flexibleres, skalierbares System, das mit modernen MES-Strategien im Einklang steht und kontinuierliche Verbesserungen unterstützt, ohne die Kosten und Risiken eines Neuanfangs.
Hier erfahren Sie mehr darüber, wie das funktioniert: Die 15 besten Beispiele für Standardarbeitsanweisungen
Das fehlende Puzzleteil: Daten auf Ausführungsebene
Die meisten herkömmlichen MES-Systeme sind gut darin, übergeordnete Betriebskennzahlen zu erfassen. Allerdings versagen sie oft, wenn es darum geht, zu erklären, wie die Arbeit tatsächlich ausgeführt wird. Diese Lücke ist entscheidend.
Beispielsweise zeigt eine herkömmliche MES-Plattform nicht an, ob ein Bediener das richtige Verfahren befolgt hat, ob ein Schritt übersprungen wurde oder ob während der Ausführung eine Abweichung aufgetreten ist.
Hier spielen digitale Arbeitsanweisungsplattformen wie VKS eine Schlüsselrolle.
Diese Systeme arbeiten direkt am Arbeitsplatz, führen die Bediener durch standardisierte Prozesse und erfassen gleichzeitig Ausführungsdaten in Echtzeit. Anstatt sich auf manuelle Berichte oder Annahmen zu verlassen, erhalten Hersteller einen klaren, nachvollziehbaren Überblick darüber, wie jede Aufgabe erledigt wird.
Mit einer Plattform wie VKS können Hersteller Folgendes erfassen:
- Schrittweise Aufgabenausführung und -fortschritt
- Eingaben und Bestätigungen des Bedieners
- Genaue Zeitstempel für jede Aktion
- Qualitätskontrollen während des Prozesses und Validierungspunkte
- Abweichungen, Nacharbeit und Ausnahmebehandlung
Dieser Detaillierungsgrad verknüpft Leistungsergebnisse direkt mit dem Ausführungsverhalten und ermöglicht so eine schnellere Ermittlung der Ursachen, die Standardisierung von Best Practices sowie eine kontinuierliche Prozessverbesserung.
Warum eine neue MES-Strategie den Unterschied macht
Wenn Ihr MES durch detaillierte Ausführungsdaten unterstützt wird, gewinnt es erheblich an Wert.
Sie erhalten einen besseren Einblick in den Prozess, wodurch sich die Ursachen für Fehler oder Verzögerungen leichter identifizieren lassen. KPIs wie First-Pass-Yield und Durchlaufzeit werden genauer, da sie auf der tatsächlichen Ausführung basieren und nicht auf Schätzungen oder verspäteten Eingaben.
Anstatt Ihr MES zu ersetzen, stärken Sie es.
Dies ist ein Schlüsselprinzip moderner MES-Strategien: bestehende Systeme mit besseren Daten zu erweitern, anstatt alles von Grund auf neu aufzubauen.
Wenn Ihr MES mit strukturierten Ausführungsdaten angereichert wird:
- werden KPIs genauer
- wird die Ursachenanalyse einfacher
- wird kontinuierliche Verbesserung umsetzbar Anstatt eine komplette Überarbeitung vorzunehmen, erweitern Sie den bereits vorhandenen Wert.
Option 2: Iterative MES-Einführung: Ein smarterer Ansatz
Eine der größten Veränderungen der letzten Jahre ist der Trend zur iterativen MES-Einführung.
Anstatt ein komplettes System auf einmal einzuführen, gliedern Hersteller die Einführung in kleinere, überschaubare Schritte auf. Jeder Schritt liefert schnell einen Mehrwert und schafft Dynamik für den nächsten.
Dieser Ansatz reduziert Risiken, verbessert die Akzeptanz und ermöglicht es den Teams, Anpassungen auf der Grundlage von Feedback aus der Praxis vorzunehmen.
Digitale Arbeitsanweisungen sind oft einer der ersten und effektivsten Bereiche, mit denen man beginnen sollte, da sie direkten Einfluss darauf haben, wie die Arbeit ausgeführt und wie Daten erfasst werden.
Wie man ein MES-Modul in einer Woche einführt
Während eine herkömmliche MES-Einführung Monate (oder Jahre) dauern kann, lassen sich bestimmte Komponenten viel schneller implementieren.
Ein Beispiel ist ein agiles, menschenzentriertes MES, das digitale Arbeitsanweisungen nutzt, um die Mitarbeiter und den Betrieb in überschaubaren Phasen schrittweise zu stärken.

Phase 1. Arbeitsanweisungen digitalisieren
Wandeln Sie papierbasierte oder statische Anleitungen in interaktive digitale Anleitungen um, also Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die direkt in der Produktion eingesetzt werden. Im Gegensatz zu statischen PDFs oder Papierordnern können diese Anleitungen Bilder, Videos, Anmerkungen und intelligente Formulare enthalten, um die Bediener klar und einheitlich durch jede Aufgabe zu führen.
Durch die Digitalisierung Ihrer Prozesse beseitigen Sie veraltete Dokumente und stellen sicher, dass jeder Bediener die gleiche, aktuellste Methode befolgt.
Unmittelbarer Vorteil: Sie erreichen eine sofortige Prozessstandardisierung und reduzieren Fehler, die durch unklare oder veraltete Anweisungen verursacht werden.
Phase 2. Einführung in der Fertigung
Sobald Anweisungen erstellt sind, können sie sofort für die Bediener bereitgestellt werden.
Bediener profitieren von:
- Visuellen Anweisungen
- Echtzeit-Anleitungen
- Integrierten Qualitätsprüfungen Da das System intuitiv ist, ist der Schulungsaufwand minimal und die Einführung kann schnell erfolgen, sogar über mehrere Schichten hinweg.
Unmittelbarer Vorteil: Sie verbessern die Leistung der Bediener und reduzieren den Schulungsaufwand vom ersten Tag an.
Phase 3. Datenerfassung starten
Vom ersten Tag an erfasst das System:
- Fertiggestellte Mengen
- Produktionszeiten
- Qualitätsergebnisse
- Effizienzraten
- Mitarbeiterleistung
- Produktivitätstrends
- SPC-Daten
- Serien-/Teilenummern
- Digitale Signaturen
- Rückmeldungen der Bediener
- Und vieles mehr!
Da diese Daten während der Ausführung und nicht erst im Nachhinein erfasst werden, sind sie wesentlich genauer und besser verwertbar.
Unmittelbarer Vorteil: Sie erhalten Echtzeit-Einblick in den Betrieb, ohne auf manuelle Dateneingaben oder verzögerte Berichte angewiesen zu sein.
Phase 4. Anbindung an bestehende Systeme
Diese Daten können dann in Ihre:
- ERP-Systeme
- BI-Software
- CMMS
- QMS
- LMS
- Und mehr!
Dieser schrittweise Prozess macht die iterative MES-Einführung so leistungsstark. Sie fangen klein an, schaffen schnell Mehrwert und erweitern das System auf Basis der Ergebnisse.
Mehr darüber, wie das funktioniert, erfahren Sie hier: Die API-Fähigkeiten von Arbeitsanweisungssoftware
Unmittelbarer Nutzen: Sie beseitigen Datensilos und ermöglichen eine intelligentere, funktionsübergreifende Entscheidungsfindung.
Warum das funktioniert
MES-Plattformen wie VKS sind auf schnelle Bereitstellung und Benutzerfreundlichkeit ausgelegt. Dies ermöglicht Herstellern:
- die Steuerung von Arbeitsaufträgen zu verbessern
- Prozesse zu standardisieren
- wertvolle Ausführungsdaten zu erfassen All dies, ohne Monate oder Jahre auf eine vollständige MES-Implementierung warten zu müssen.
Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Integration vernetzter Geräte und Anlagen im Fertigungsbereich. Mit Lösungen wie VKS EDGE können Hersteller Werkzeuge, Sensoren und Maschinen direkt in ihre Arbeitsabläufe einbinden und so die automatisierte Erfassung von Daten wie Drehmomentwerten, Zykluszahlen und Prozessvalidierungen ermöglichen.
Dadurch entsteht ein vollständigeres und genaueres Bild der Betriebsabläufe, indem menschliche Handlungen mit Maschinen- und Gerätedaten kombiniert werden.
Traditionelle MES- vs. moderne MES-Strategien
Der Unterschied zwischen traditionellen und modernen Ansätzen ist nicht nur technischer Natur. Er ist strategischer Natur.
- Traditionelle MES konzentrieren sich auf Kontrolle und Zentralisierung, oft auf Kosten der Flexibilität.
- Moderne MES-Strategien legen den Schwerpunkt auf Anpassungsfähigkeit, Geschwindigkeit und Integration. Anstatt darauf zu warten, dass ein vollständiges System einen Mehrwert liefert, können Hersteller nun Schritt für Schritt Funktionen aufbauen und dabei Tools nutzen, die bestehende Systeme ergänzen und verbessern.
| Traditionelles MES | Moderne MES-Strategie |
|---|---|
| Starre Architektur. | Flexible, komponierbare Systeme. |
| Eingeschränkte Transparenz bei der Ausführung. | Umfangreiche, kontextbezogene Fertigungsdaten. |
| Risikoreiche Projekte. | Iterative, risikoarme Einführung. |
| Verzögerter ROI. | Schnellere Amortisationszeit. |
Was dies für Hersteller im Jahr 2026 bedeutet
Die Fertigung wird immer vernetzter, datengesteuerter und reaktionsschneller. Um Schritt zu halten, müssen sich Systeme genauso schnell weiterentwickeln wie die Betriebsabläufe.
Traditionelle MES-Systeme spielen zwar weiterhin eine Rolle, reichen aber allein nicht mehr aus.
Erfolgreiche Hersteller im Jahr 2026 werden diejenigen sein, die:
- flexible, modular aufbaubare MES-Strategien verfolgen.
- sich auf die Erfassung hochwertiger Ausführungsdaten konzentrieren.
- Lösungen schrittweise statt auf einmal einführen.
Weiterlesen: Ist die MES-Integration wichtig?

