Was sind die wichtigsten Trends in der Fertigungsindustrie im Jahr 2026?
Im Jahr 2026 hat sich die Fertigungslandschaft über die traditionelle Digitalisierung hinaus in Richtung kognitiver Produktion entwickelt. Der Fokus hat sich von der reinen betrieblichen Effizienz hin zu autonomen Entscheidungsprozessen und selbstoptimierenden Systemen verlagert. Nach Jahren experimenteller Pilotprojekte hat die Branche einen entscheidenden Wendepunkt erreicht, an dem intelligente Initiativen nicht mehr optional sind, sondern die Grundvoraussetzung für die Bewältigung eines volatilen globalen Marktes darstellen.
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Hersteller ein Gleichgewicht zwischen Hightech-Autonomie und den menschenzentrierten Prinzipien der Industrie 5.0 finden und sicherstellen, dass die Automatisierung die menschliche Kreativität ergänzt und nicht ersetzt. Gleichzeitig erfordert der Übergang eine Stärkung der Infrastruktur gegen immer raffiniertere Cybersicherheitsbedrohungen. Dieser Fahrplan untersucht die 11 wichtigsten Trends, die Fabriken von reaktiven Produktionsstätten in proaktive, cyber-physische Ökosysteme verwandeln.
1: Agente KI und der anhaltende Aufstieg der intelligenten Fertigung
In einer Umfrage von Deloitte aus dem Jahr 2025 gaben 80 % der befragten Hersteller an, dass sie 20 % oder mehr ihres Budgets für Verbesserungen in Initiativen zur intelligenten Fertigung investieren wollen.
Während KI und intelligente Fertigung seit Jahren in der Branche diskutiert werden und jedes Jahr einen wichtigen Teil unseres Berichts zu Fertigungstrends ausmachen, markiert das Jahr 2026 einen wichtigen Wendepunkt: den Übergang von einer KI, die lediglich "denkt”, zu einer KI, die "handelt”. Diese sogenannte Agentic AI wird die Möglichkeiten intelligenter Fabriken neu definieren.
Im Gegensatz zur traditionellen KI, die in der Regel Daten analysiert und darauf wartet, dass ein Mensch den nächsten Schritt unternimmt, ist Agentic AI mit zielorientiertem Denken ausgestattet. Sie kann ein Problem erkennen, eine Lösung planen und selbstständig Maßnahmen ergreifen. Laut Deloittes "2026 Manufacturing Industry Outlook" entwickelt sich diese Technologie rasch von kleinen Pilotprogrammen zur Serienreife.
Warum Agentic AI eine bahnbrechende Neuerung ist

In einer modernen Fertigungsumgebung laufen die Dinge schnell ab. Eine verspätete Lieferung oder ein Maschinenausfall kann den Zeitplan einer ganzen Woche durcheinanderbringen. Agentic AI fungiert als "digitaler Teamkollege", der diese Hürden in Echtzeit bewältigen kann, ohne dass eine ständige menschliche Überwachung erforderlich ist. Das Beste daran ist, dass es niemals schläft.
Hier sind einige Beispiele dafür, wie Agentic AI die Fertigung verändert:
- Selbstheilende Lieferketten: Wenn ein Lieferant mit einer Störung konfrontiert ist, können diese KI-Agenten automatisch alternative Lieferanten identifizieren und kontaktieren, um die Produktion aufrechtzuerhalten.
- Erfassung von Stammeswissen: Wenn erfahrene Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, kann Agentic AI ihre Arbeitsabläufe beobachten und autonom Standardarbeitsanweisungen (SOPs) und Schichtübergabeprotokolle erstellen, um sicherzustellen, dass wichtige Fähigkeiten nicht verloren gehen.
- Autonome Wartung: KI-Agenten können den Zustand von Geräten überwachen und Reparaturen proaktiv koordinieren, sogar die erforderlichen Ersatzteile bestellen, bevor es zu einem Ausfall kommt.

Profi-Tipp: Um das Beste aus jeder KI herauszuholen, sollten Sie nicht nur Ihre alten Prozesse automatisieren. Nutzen Sie diese Technologie, um die Arbeitsabläufe neu zu gestalten und lassen Sie sie Routineentscheidungen treffen und Anweisungen übersetzen, während sich Ihre Mitarbeiter auf übergeordnete Strategien und Innovationen konzentrieren können.
2: Der Sprung zur physischen KI
Moment mal, wir haben doch schon über KI gesprochen, oder? Ja, aber wie bereits erwähnt, werden die Fortschritte und Investitionen im Bereich KI im Jahr 2026 enorm sein. Die Vorteile der agentenbasierten KI führen zu unserem zweiten Fertigungstrend für 2026: physische KI.
Agentenbasierte KI schließt die Lücke zwischen digitalen Erkenntnissen und physischer Umsetzung. Anstatt KI-Algorithmen einfach nur in Software zu verwenden, wird physische KI zum Antrieb für physische Maschinen und Geräte wie Fahrzeuge, Cobots und sogar autonome humanoide Roboter.
Während die automatisierten Maschinen der Vergangenheit eine Art KI besaßen (Sensoren und intelligente Skripte, die reagierten, wenn eine Person ihren Arbeitsbereich betrat), waren diese älteren Fertigungs-Cobots weitgehend auf die Ausführung fester Aufgaben innerhalb eines starren und gut strukturierten Regelwerks beschränkt.
Im Jahr 2026 eröffnet physische KI völlig neue Möglichkeiten.
- Räumliche Intelligenz: Dank fortschrittlicher 3D-Sicht "sehen” Roboter nicht mehr nur Pixel, sondern verstehen Objekte. Wenn ein Teil rutschig ist oder ein Weg durch eine Person blockiert wird, plant die Maschine/der Roboter in Echtzeit eine neue Route oder passt ihren Griff an.
- Interaktion in natürlicher Sprache: Mitarbeiter können nun verbale Befehle wie "Hilf mir, diese Kisten zur Laderampe zu bringen” geben, und der KI-Agent übernimmt die Logik, plant die Bewegung und führt die Aufgabe aus.
- Unstrukturierte Umgebungen: Diese neue Welle der KI gedeiht in "Brownfield”-Standorten (älteren, unaufgeräumten Fabriken). Da sie sich in unübersichtlichen Umgebungen zurechtfinden und sich an unerwartete Hindernisse anpassen können, sind diese autonomen Systeme endlich für jeden Fertigungsbereich praktikabel, nicht nur für Hightech-Labore.
Wenn Sie zum ersten Mal von dieser neuen Welle der KI hören, sind Sie nicht allein. Während das Jahr 2026 einen wichtigen Wandel in Bezug auf die Leistungsfähigkeit markiert, wird der Übergang zu vollständig autonomen Abläufen wahrscheinlich eher eine schrittweise Entwicklung als eine sofortige Umstellung sein. Laut Prognosen von UBS wird die Integration humanoider Roboter in die globale Arbeitswelt voraussichtlich einer langfristigen Wachstumskurve folgen:
- Bis 2035: Es wird erwartet, dass die frühe Einführung etwa 2 Millionen Humanoide am Arbeitsplatz mit einem Marktwert von 50 Millionen US-Dollar erreichen wird.
- Bis 2050: Da diese Technologie zu einem Standardbestandteil der industriellen Infrastruktur wird, wird diese Zahl weltweit voraussichtlich auf 300 Millionen Einheiten mit einem Marktwert von 1,7 Billionen US-Dollar ansteigen.
Diese Zahlen sind zwar beachtlich, zeigen aber auch, dass Agentic und Physical AI Trends sind, die sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken und gerade erst beginnen, den Weg vom Forschungslabor in die Fertigung zu finden.
3: Industrie 5.0 und der vernetzte Mitarbeiter
Während sich die Trends 1 und 2 auf den Aufstieg autonomer "denkender” und "sich bewegender” Maschinen konzentrieren, rückt unser dritter Fertigungstrend das wichtigste Kapital in der Fabrikhalle wieder in den Mittelpunkt: den menschlichen Arbeiter. Im Jahr 2026 sind wir offiziell in das Zeitalter der Industrie 5.0 eingetreten, einem Wandel von der rein technologiegetriebenen Automatisierung hin zu einer menschenzentrierten Zusammenarbeit.
Das Ziel ist es, fortschrittliche Technologien zu nutzen, um die menschlichen Fähigkeiten zu erweitern. Laut Fortune Business Insights wird der weltweite Markt für Industrie 5.0 im Jahr 2026 voraussichtlich ein Volumen von 115,32 Milliarden US-Dollar erreichen, angetrieben durch die Nachfrage nach Systemen, die automatisierte Effizienz mit menschlicher Kreativität verbinden.
Industry 5.0 erkennt an, dass KI zwar hervorragend für die Verarbeitung von Daten geeignet ist und Roboter sich perfekt für repetitive Arbeiten eignen, ihnen jedoch das kritische Denken, die Intuition und die komplexen Problemlösungsfähigkeiten eines Menschen fehlen. Anstelle eines "AI-first”-Ansatzes geht es 2026 um eine "People-first, Tech-supported”-Fertigung.
Statistiken zeigen, dass diese Synergie ein enormer Produktivitätsfaktor ist. Hersteller, die menschenzentrierte Industrie 5.0-Technologien implementieren, berichten von einer 30 % Produktivitätssteigerung bei den Mitarbeitern und einen deutlichen Rückgang des Zeitaufwands für die Suche nach wichtigen Produktionsdaten.

So ergänzt Industry 5.0 die Belegschaft, anstatt sie zu ersetzen:
- Kognitive Erweiterung: Anstatt sich auf ihr Gedächtnis zu verlassen, nutzen die Mitarbeiter digitale Echtzeit-Anleitungen. Dadurch werden unerfahrene Bediener sofort zu Experten, die sich auf hohe Qualität statt auf manuelle Navigation konzentrieren können.
- Einheitliche Hardware-Integration: Die ultimative Entwicklung des vernetzten Arbeiters ist der cyber-physische Kreislauf. Fortschrittliche Plattformen fungieren nun als digitale Vermittler, sodass Arbeitsanweisungen direkt mit SPSen, Pick-to-Light-Sensoren, KI-Bildverarbeitungssystemen, Cobots und intelligenten Werkzeugen kommunizieren können. Das System kann Einstellungen automatisch an ein Werkzeug übertragen, die Fertigstellung einer Aufgabe überprüfen und den Arbeiter automatisch zum nächsten Schritt weiterleiten.
- Sicherheit und Präzisionsschutzvorrichtungen: Vernetzte Umgebungen fungieren als digitale Sicherheitsnetze. Durch die Integration von Sensoren und Bildverarbeitungssystemen wird die Fabrik auf den Mitarbeiter aufmerksam und warnt ihn vor falscher Werkzeugverwendung oder Gefahrenzonen, um Unfälle und Nacharbeiten zu vermeiden.
4: Adaptive Personalplanung zur Eindämmung des Arbeitskräftemangels
Die größte Herausforderung für 2026 bleibt die Arbeitskräftesituation, insbesondere die Diskrepanz zwischen dem rasanten Wachstum der Branche und der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte. Zwar hat die Branche das Beschäftigungsniveau vor der Pandemie erfolgreich übertroffen, doch hat die schiere Menge an neuen Anlagen und "Megaprojekten” zu einem dauerhaften strukturellen Arbeitskräftemangel geführt.
Die Herausforderungen für die Arbeitskräfte im Jahr 2026
- Die Skalierbarkeitslücke: Während die Beschäftigung auf fast 13 Millionen gestiegen ist, führt die rasante Expansion von Rechenzentren und Halbleiterfabriken zu einem Abfluss von technischen Fachkräften. Die Hersteller haben Schwierigkeiten, ihre Belegschaft im gleichen Tempo wie ihre physische Infrastruktur zu vergrößern.
- Der Verlust von institutionellem Wissen: Die "große Pensionierungswelle” stellt weiterhin eine Bedrohung dar. Die Hersteller verlieren jahrzehntelanges Wissen schneller, als sie neue Mitarbeiter ausbilden können, wodurch die "Qualifikationslücke” zu einer Krise des Wissenstransfers wird.
- Der Wandel hin zu digitalen Rollen: Da 80 % der Führungskräfte stark in intelligente Fertigung investieren, hat sich die Definition eines "Fabrikarbeiters” verändert. Die Branche benötigt nun Arbeitskräfte, die in der Lage sind, KI-Agenten und hochentwickelte Robotik zu verwalten, wodurch eine neue "digitale Qualifikationslücke” entsteht.
Wie Hersteller diese Probleme im Jahr 2026 lösen

Laut Deloitte hat sich die Strategie im Jahr 2026 zu einer "adaptiven Personalplanung” gewandelt, einem Modell, das KI und Robotik mit menschlichen Talenten verbindet, um sicherzustellen, dass die Produktionsziele trotz eines angespannten Arbeitsmarktes erreicht werden.
- Weiterbildung: Hersteller investieren in die Weiterbildung ihrer bestehenden Belegschaft in Echtzeit. In einer aktuellen Studie mehr als ein Drittel der Befragten an, dass das Angebot von Schulungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter dazu beigetragen hat, ihre Belegschaft zu halten.
- Digitale Erfassung von Altwissen: Um die Qualifikationslücke zu schließen, nutzen Unternehmen Industry 5.0-Tools wie Arbeitsanweisungssoftware, um ihr institutionelles Wissen zu erfassen und an die nächste Generation von Arbeitnehmern weiterzugeben.
- Einsatz von agentenbasierter und physischer KI: Hersteller schließen die Arbeitskräftelücke mit agentenbasierter und physischer KI. Durch den Einsatz von KI-Agenten für kognitive Aufgaben wie die autonome Fehlerbehebung und von Robotern für körperliche Arbeit minimieren Unternehmen den Bedarf an menschlichem Eingreifen bei sich wiederholenden Aufgaben, sodass sich ihre Teams auf Innovation und Problemlösung konzentrieren können.
- Nutzung von Ökosystempartnern: Hersteller greifen auf externe Partnerschaften zurück, um sich spezialisiertes Fertigungswissen und Know-how zu sichern. Durch die Nutzung des Fachwissens ihrer Partner können Unternehmen kritische Lücken in ihrer technologischen Infrastruktur schnell schließen, ohne die Kosten für Festanstellungen tragen zu müssen. So bleiben sie auf technologischer Ebene an der Spitze, ohne langfristig ihre Gemeinkosten zu erhöhen.

Profi-Tipp: Wussten Sie, dass neue Mitarbeiter KI-gestützte Schnittstellen nutzen können, um Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu erhalten, die auf den Best Practices und Standardverfahren eines Unternehmens basieren? Dies reduziert die Zeit, die ein neuer Mitarbeiter benötigt, um sich einzuarbeiten, erheblich und verringert den Druck durch hohe Fluktuationsraten.
5: Zunahme von Onshoring und lokaler Produktion
Während die Turbulenzen der frühen 2020er Jahre nur noch eine Erinnerung sind, hat das Jahr 2026 neue Herausforderungen mit sich gebracht: eine Ära des „bewaffneten Handels“, geprägt von aggressiven Pauschalzöllen und volatilen Handelspolitiken. Laut der NAM-Umfrage zur Lage der Hersteller geben 78 % der Hersteller an, dass die Unsicherheit im Handel ihr größtes Anliegen ist, wobei viele davon ausgehen, dass die Inputkosten allein in diesem Jahr um über 5 % steigen werden.

Als Reaktion darauf wird sich der nächste Trend in der Fertigungsindustrie von der Suche nach den billigsten Arbeitskräften hin zur Autonomie der Lieferkette verlagern. Billige Arbeitskräfte im Ausland waren einst das vorrangige Ziel, aber da die Zölle für große Exporteure wie China fast 150 % erreichen und die lokalen Löhne sich verdreifachen, schwindet der „Offshoring-Rabatt” rapide.
Durch die Rückverlagerung der Produktion in ihre Heimatländer und/oder die Verlagerung der Produktion näher an ihren Zielmarkt können Unternehmen eine größere Kontrolle darüber erlangen, wie sie ihre Materialien beschaffen und wie sie ihre Produkte herstellen.
Die drei wichtigsten Vorteile des Onshoring sind:
- Geringere Transportkosten: Die größte Kostenersparnis durch Onshoring ergibt sich aus der Verkürzung der Transportwege für die Produkte. In den letzten Jahren haben US-amerikanische Automobilhersteller wie Ford und Tesla aus genau diesem Grund nach und nach eigene inländische Lieferketten aufgebaut.
- Kürzere Vorlaufzeiten: Weniger Transport bedeutet auch kürzere Vorlaufzeiten, sodass Unternehmen ihre Produkte schneller auf den Markt bringen und damit möglicherweise Wettbewerber mit Offshore-Betrieben ausstechen können.
- Verbesserte Qualitätskontrolle: Wenn die Produktion näher am Standort der Unternehmenszentrale liegt, können Unternehmen eine bessere Aufsicht ausüben und eine präzise Qualität und Konsistenz sicherstellen.

Profi-Tipp: Unabhängig davon, ob sich Lieferanten in der Nähe oder auf der anderen Seite der Welt befinden, gibt es technologische Möglichkeiten für Unternehmen, ihre Lieferketten zu straffen. Teilen Sie Ihre Arbeitsanweisungen über ein digitales Ökosystem mit Ihren verbundenen Lieferanten, um sicherzustellen, dass alle Materialien und Geräte den Anforderungen entsprechen, bevor sie versandt werden. Darüber hinaus können Unternehmen dank der KI-gestützten Sofortübersetzung ihre Prozessanforderungen sofort mit jedem Lieferanten in jeder Sprache teilen.
6: "Power-of-Two”-Beschaffung
Um die wachsenden Probleme des "Offshoring” besser bewältigen zu können, setzen Hersteller auf die "Power-of-Two”-Beschaffung, eine Strategie, die sich von der Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten zugunsten doppelter, regionalisierter Netzwerke entfernt. Anstelle eines einzigen globalen Lieferanten etablieren Unternehmen einen primären inländischen Lieferanten und einen "Nearshore”-Partner, um sicherzustellen, dass die Produktion unabhängig von neuen Zollankündigungen niemals zum Erliegen kommt. Für Unternehmen mit Sitz in den USA bieten sich beispielsweise Nearshore-Möglichkeiten mit Lieferanten in Mexiko oder Kanada.
Vorteile und wichtige Treiber:
- Politisch motiviertes Reshoring: Staatliche Anreize wie das CHIPS and Science Act und das Inflation Reduction Act (IRA) sind weiterhin das Rückgrat dieser Regionalisierung.
- Zollminderung: Durch die Produktion von Waren innerhalb der USMCA-Zone können Unternehmen die "Zollschocks” vermeiden, die internationale Lieferungen treffen, und so ihre Margen sichern.
- Verkürzte Vorlaufzeiten: Die Verkürzung der physischen Entfernung zwischen Lieferant und Fabrik ermöglicht eine "taktische Geschwindigkeit”, sodass Unternehmen ihre Produktion innerhalb von Tagen statt Monaten umstellen können.
- Reduzierte kognitive Belastung: Dank KI-gestützter Handelsanalysen, die regionale Routen überwachen, verbringen Manager weniger Zeit mit der "Brandbekämpfung” in der globalen Logistik und haben mehr Zeit für übergeordnete Strategien.
7: Halbleiter treiben globale Investitionen voran
Im Jahr 2026 ist ein Trend in der Fertigungsindustrie nicht zu übersehen: Der internationale Fokus liegt auf der Herstellung von mehr Halbleitern.
Die Halbleiterindustrie hat die Erholung der Lieferketten der vergangenen Jahre hinter sich gelassen und befindet sich nun in einer massiven, strukturell definierten Wachstumsphase, die als "Silicon Super-Cycle” bekannt ist. Der weltweite Umsatz mit Halbleitern wird 2026 voraussichtlich die atemberaubende Summe von 975 Milliarden US-Dollar erreichen, angetrieben durch eine beispiellose Nachfrage nach AI-first-Architekturen und der physikalischen AI-Revolution, die wir in den Fertigungstrends 1 und 2 diskutiert haben.
Dieser Trend ist gekennzeichnet durch eine Verlagerung vom "Effizienz-first”-Welthandel hin zu einer "Sicherheit-first”-nationalen Infrastruktur. Die Nationen betrachten die Halbleiterkapazität mittlerweile als wesentliche nationale Infrastruktur, was zu einem Anstieg der lokalen Fertigung führt. In den Vereinigten Staaten bleibt die Dynamik des CHIPS and Science Act ein wichtiger Treiber. Über 32 Milliarden US-Dollar an staatlichen Anreizen wurden bereits an große Akteure wie TSMC und Intel vergeben, um die Produktion von fortschrittlicher Logik und Speicher im Inland anzusiedeln. Zum Beispiel TSMC seine Aktivitäten in Phoenix erheblich ausgeweitet und kürzlich Pläne bekannt gegeben, seine Investitionen in den USA auf über 100 Milliarden US-Dollar zu erhöhen, um die heimische Nachfrage zu decken.
Und damit ist das Wiederaufleben der Investitionen noch lange nicht zu Ende. Mitte 2025 haben die Zusagen des privaten Sektors zur Wiederbelebung des heimischen Chip-Ökosystems 500 Milliarden US-Dollar überschritten. Diese massiven Investitionen sollen die inländische Produktionskapazität bis 2032 verdreifachen.
Diese industrielle Expansion wird voraussichtlich mehr als 500.000 Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten schaffen, darunter in den Bereichen Bauwesen, Ingenieurwesen und fortschrittliche Fertigung. Um diese Dynamik weiter voranzutreiben, hat der One Big Beautiful Bill Act die Investitionsfazilität für fortschrittliche Fertigung verbessert und von 25 % auf 35 % erhöht. Diese politische Änderung stärkt die finanziellen Anreize für Unternehmen, Hightech-Fertigungsanlagen innerhalb der US-Grenzen zu errichten und zu erweitern, erheblich.
8: Präventive Cybersicherheit und Resilienz
Da der Fertigungssektor seine Investitionen in agentenbasierte und physische KI beschleunigt, erfordert das Streben nach digitaler Transformation und intelligenter Fertigung eine parallele Verbesserung der Cybersicherheitsresilienz. Gartner prognostiziert, dass sich die Cybersicherheit bis 2026 von einer defensiven IT-Funktion zu einer zentralen Strategie für die "Produktionsverfügbarkeit” entwickeln wird. Das Whitepaper hebt hervor, dass die Konvergenz von IT (Informationstechnologie) und OT (Betriebstechnologie) neue Schwachstellen schafft, erfordert einen Fokus auf cyber-physische Resilienz, um autonome Fertigungsstraßen vor katastrophalen Störungen zu schützen.
Die finanziellen Auswirkungen dieses Trends wurden durch einen massiven Cybervorfall bei Jaguar Land Rover (JLR) unterstrichen. Der Angriff, der zeitlich genau auf den 1. September abgestimmt war, den Stichtag für die Zulassung neuer Fahrzeuge mit dem Kennzeichen "75” und damit eine Spitzenverkaufsperiode in Großbritannien, war eine Form der strategischen Wirtschaftskriegsführung. JLR war gezwungen, die Produktion in seinen beiden größten britischen Werken, Halewood und Solihull, einzustellen. Der Betrieb war von August bis Oktober lahmgelegt, was zu einem geschätzten Verlust von 50 Millionen Pfund pro Woche führte.
Um diesen ausgeklügelten Bedrohungen entgegenzuwirken, identifiziert Gartner "Digital Provenance” und "Multiagent Systems” als wichtige strategische Trends für 2026. "Digital Provenance” bietet einen unveränderlichen Prüfpfad für Fertigungsdaten und stellt sicher, dass die an Roboter oder KI-Agenten gesendeten Anweisungen nicht manipuliert wurden.
Darüber hinaus wird 2026 der Aufstieg der präventiven Cybersicherheit zu beobachten sein, bei der KI-gesteuerte Multiagentensysteme Bedrohungen autonom in weniger als 10 Millisekunden erkennen und neutralisieren, lange bevor sie sich auf die physische Fertigung auswirken können.
Für moderne Hersteller bedeutet digitale Reife eine Stärkung ihrer Position. Unternehmen, die nicht in OT-spezifische Sicherheit investieren, riskieren einen vollständigen Stillstand ihrer physischen Produktion.
9: Das industrielle Metaversum ermöglicht eine Planung ohne Ausfallzeiten

Das industrielle Metaversum kombiniert Smart-Factory- und Digital-Twin-Technologie, um eine immersive virtuelle oder virtuell-physische Umgebung zu schaffen. Der Zugriff auf diese Umgebungen erfolgt über Virtual-Reality- (VR), Augmented-Reality- (AR) und/oder Mixed-Reality- (MR) Systeme.
- Bei Verwendung von AR-Technologie kann eine Person durch einen physischen Raum gehen, während eine digitale Umgebung darüber gelegt wird.
- Bei Verwendung von VR-Technologie erkundet der Benutzer eine virtuelle Umgebung, die er beobachtet, in der er sich bewegt und mit der er interagiert, möglicherweise auf eine Weise, die physisch unmöglich wäre.
- Bei Verwendung von MR-Technologie interagieren digitale und physische Elemente in Echtzeit miteinander.
Theoretisch können unendlich viele Menschen und Systeme einen virtuellen Raum bewohnen und gemeinsam nutzen, in dem sie kommunizieren, arbeiten und sogar spielen können. Die Fertigungsindustrie ist begeistert von den Möglichkeiten dieser neuen Technologie.
Früher wurde das industrielle Metaversum weitgehend als experimentelles Neuland betrachtet. Es galt als Hightech-Spielwiese für Pilotprojekte und Proofs of Concept. Mit Blick auf das Jahr 2026 zeichnet sich jedoch eine weitere Anwendungsmöglichkeit ab: Planung ohne Ausfallzeiten.
Mithilfe der Metaverse-Technologie simulieren Hersteller ganze Produktionsschichten innerhalb des Metaversums, um Engpässe, mechanische Konflikte und menschliche Fehler zu identifizieren und zu beheben, bevor auch nur eine einzige Maschine in der physischen Welt aktiviert wird.
Und es sieht so aus, als stünden wir erst am Anfang, neue und innovative Anwendungsmöglichkeiten für diese Technologie zu finden. Statista prognostiziert, dass der globale Metaverse-Markt bis 2030 ein Volumen von 507,8 Milliarden US-Dollar erreichen wird, mit einem erwarteten CAGR (2025-2030) von 37,43 %.
Das Metaversum ermöglicht es Herstellern, die physische Distanz zwischen globalen Teams erfolgreich zu überbrücken. Experten aus aller Welt können sich nun in einem gemeinsamen digitalen Raum versammeln, um Probleme in der realen Produktion zu lösen und so die Fertigungslandschaft mit beispielloser Geschwindigkeit zu verbinden. In dieser neuen Ära und unter diesem Fertigungstrend sind die widerstandsfähigsten Hersteller diejenigen, die virtuell "scheitern”, damit sie physisch ohne Unterbrechung erfolgreich sein können.
10: Saubere Fertigung und Nachweis der Nachhaltigkeit
Im Jahr 2026 verlässt die Branche die Ära der "grünen Ziele” und tritt in die Ära des Nachweises der Nachhaltigkeit ein. Obwohl Hersteller schon seit langem CO2-Neutralität anstreben, reichen einfache Maßnahmen nicht mehr aus.
Der moderne Verbraucher ist heute äußerst wachsam und agiert als Regulierungsinstanz an der Basis. Aktuelle Daten bestätigen, dass 72 % der Befragten aktiv nach umweltfreundlichen Produkten suchen. Darüber hinaus zeigen Untersuchungen von PwC eine bedeutende Marktchance auf. 80 % der Verbraucher bereit, einen Aufpreis für nachhaltig produzierte Waren zu zahlen, wobei viele bereit sind, bis zu 9,7 % mehr für Marken zu zahlen, die ihre Umweltfreundlichkeit belegen können.
Da jedoch nicht überprüfbare Umweltzeichen das Vertrauen der Öffentlichkeit untergraben haben, ist 2026 das Ende vager Marketingaussagen. Es reicht nicht mehr aus, zu behaupten, dass ein Produkt "umweltfreundlich” ist; Unternehmen müssen nun einen digitalen Prüfpfad vorlegen.
Und Regierungen auf der ganzen Welt ergreifen Maßnahmen, um dies zu erreichen.
- Digitale Produktpässe (DPP): In der EU können Verbraucher einen QR-Code scannen, der maschinenlesbare Daten zu Herkunft, Materialzusammensetzung, CO2-Bilanz und Reparaturfähigkeit liefert.
- Gesetz zur Rechenschaftspflicht von Unternehmen in Bezug auf Klimadaten (SB 253): Kalifornien setzt einen globalen Standard für Produktionsdaten. SB 253 verpflichtet große Unternehmen (mit einem Umsatz von über 1 Milliarde US-Dollar), die in Kalifornien tätig sind, ab 2026 ihre Emissionen zu melden.
Dieser digitale grüne Pfad verwandelt Nachhaltigkeit von einer PR-Initiative in eine zentrale betriebliche Anforderung. Durch die Integration von IoT-Sensoren und KI-gesteuerter Emissionsüberwachung können Fabriken nun in Echtzeit Nachweise über die Auswirkungen auf ihren Etiketten erstellen. Diese digitalen Zertifizierungen dienen als ultimativer Entscheidungsfaktor am Point of Sale und bieten die Transparenz, die die Verbraucher von 2026 verlangen.

Profi-Tipp: Umweltzertifizierungen wie ISO 14001 können Herstellern dabei helfen, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Außerdem signalisieren sie den Verbrauchern, dass Ihr Unternehmen diese Themen ernst nimmt, was Ihnen einen Wettbewerbsvorteil auf dem umweltbewussten Markt verschafft.
11: Kreislaufwirtschaft
Im Jahr 2026 hat sich die Kreislaufwirtschaft von einer Nischeninitiative für Nachhaltigkeit zu einer zentralen Geschäftsstrategie entwickelt, die darauf abzielt, das industrielle Wachstum vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. Angetrieben durch steigende Materialkosten, geopolitische Schwankungen in der Lieferkette und strengere globale Vorschriften wie die EU-Verordnung über die umweltgerechte Gestaltung nachhaltiger Produkte (ESPR) integrieren Hersteller die Kreislaufwirtschaft in ihre primären Betriebssysteme. Ein Paradebeispiel ist der Automobil- und Transportsektor, wo einige Hersteller ihre Produkte neu gestalten, um sicherzustellen, dass hochwertige Materialien wiederverwertet werden können.
Die Grundlage der Kreislaufwirtschaft 2026 ist das Design for Disassembly (DfD). Moderne Automobilhersteller wenden sich von permanenten Schweißverbindungen und chemischen Klebstoffen ab und setzen stattdessen auf modulare Komponenten und reversible Befestigungselemente wie Schraub- oder Clipverbindungen.
Dieser Ansatz ermöglicht es autorisierten Behandlungsanlagen, Teile einfach zu entfernen und wiederzuverwenden, ohne dass die für das herkömmliche Recycling erforderliche energieintensive Verarbeitung erforderlich ist. Durch die Neugestaltung mechanischer Schnittstellen und die Einführung einer zirkulären Fertigung können Unternehmen beispielsweise in einigen Fällen die Materialeinsparungen um 60 % steigern.
Mercedes-Benz hat kürzlich ein neues Werk eröffnet, das 96 % der EV-Batterien recyceln kann, wodurch das Unternehmen Materialien wie Lithium, Nickel und Kobalt zurückgewinnen kann.
Sind Sie bereit für 2026?
Im Jahr 2026 werden die wichtigsten Trends in der Fertigung von Autonomie und Nachhaltigkeit bestimmt. Die Umstellung auf Agentic AI und zirkuläre Modelle ist mehr als nur eine Verbesserung – sie ist eine Neugestaltung, um Handelsvolatilität und Ressourcenknappheit zu überstehen.
Trotz wirtschaftlicher und regulatorischer Belastungen bietet das Jahr 2026 immense Chancen, die es Herstellern ermöglichen, frühere Volatilität und noch unausgereifte Technologien in Methoden für nachhaltiges Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit umzuwandeln.
