Die Fertigungs-KPIs, die 2026 wirklich zählen (und warum Ihre Software bestimmt, was Sie messen können)
In der heutigen schnelllebigen Fertigungswelt sind die richtigen Daten wichtiger denn je. Key Performance Indicators (KPIs) sind unverzichtbare Werkzeuge, die Fertigungsleiter dabei unterstützen, Produktivität, Qualität, Effizienz und Rentabilität zu verfolgen. Während viele Hersteller zahlreiche Kennzahlen überwachen, führen nur wenige davon tatsächlich zu bedeutenden Verbesserungen in den Abläufen.
Was macht den Unterschied? Es geht nicht nur darum, welche KPIs Sie verfolgen; entscheidend ist, dass Sie die richtige Fertigungssoftware haben, um präzise Daten direkt an der Quelle zu erfassen. Diese Software sollte mehr können als nur ansprechende Diagramme und Dashboards anzeigen. Sie muss Arbeitsabläufe organisieren, detaillierte Ausführungsdaten sammeln und zuverlässige Erkenntnisse liefern, die sich mit Business-Intelligence-Tools wie Microsoft Power BI, Tableau oder Looker nutzen lassen.
In diesem Artikel betrachten wir die wichtigsten Fertigungs-KPIs, die Unternehmen im Jahr 2026 priorisieren sollten. Außerdem besprechen wir, welche entscheidende Rolle die richtige Software dabei spielt, was Sie in Ihren Abläufen messen und verbessern können.
Top 9 Fertigungs-KPIs
1. First Pass Yield (FPY) – Qualitätsleistung beim ersten Versuch
Was es misst: First Pass Yield (FPY) misst das Verhältnis der Einheiten, die beim ersten Durchlauf korrekt produziert werden, ohne Nacharbeit oder Ausschuss.
Warum es wichtig ist: FPY ist ein zentraler Indikator für Prozessstabilität und Produktqualität. Ein hoher FPY bedeutet weniger Fehler, weniger Verschwendung und geringere Kosten. Mit der richtigen Software lassen sich Qualitätsprobleme schneller erkennen und langfristige Verbesserungen gezielt umsetzen. Ein hoher FPY sorgt für eine reibungslose, effiziente Produktionslinie.
2. Cycle Time – Produktionsgeschwindigkeit über alle Prozesse hinweg
Was es misst: Cycle Time ist die Gesamtzeit, die benötigt wird, um ein einzelnes Teil zu produzieren – inklusive aller Verzögerungen oder Pausen.
Warum es wichtig ist: Die Überwachung der Cycle Time hilft, Engpässe zu identifizieren und Ressourcen effizienter zu nutzen. Kürzere Cycle Times bedeuten schnellere Produktion, höhere Ausbringung und bessere Nutzung von Personal und Maschinen.
3. Lead Time – Kundenerlebnis über den gesamten Prozess hinweg
Was es misst: Lead Time ist die Zeitspanne vom Eingang einer Kundenbestellung bis zur Lieferung des fertigen Produkts.
Warum es wichtig ist: Eine kurze Lead Time verbessert das Kundenerlebnis, erhöht die Wettbewerbsfähigkeit und zeigt, wie gut ein Unternehmen seine Produktions-, Planungs- und Lieferprozesse steuert.
4. Takt Time – Produktionsrhythmus zur Erfüllung der Nachfrage
Was es misst: Takt Time gibt vor, wie schnell Produkte hergestellt werden müssen, um die Kundennachfrage zu erfüllen – der „Herzschlag“ der Produktion.
Warum es wichtig ist: Durch den Vergleich von tatsächlicher Produktionszeit und Takt Time können Unternehmen Überproduktion und Verzögerungen vermeiden und sicherstellen, dass die Produktion effizient auf die Nachfrage abgestimmt ist.
5. Productivity – Output im Verhältnis zum Input
Was es misst: Productivity betrachtet, wie viel Output im Verhältnis zu eingesetzten Ressourcen entsteht – etwa Arbeitsstunden oder Maschinenlaufzeiten.
Warum es wichtig ist: Produktivitätsdaten helfen bei Entscheidungen zu Personal, Ressourceneinsatz und Automatisierung. Moderne Tools ermöglichen präzise Vergleiche und gezielte Leistungsverbesserungen.
6. Work Order Status & Throughput – Prozesssichtbarkeit über alle Aufträge hinweg
Was es misst: Der Echtzeitstatus von Work Order Status & Throughput zeigt, ob Aufträge geplant, in Bearbeitung oder abgeschlossen sind, und wie gut die einzelnen Aufgaben vorankommen.
Warum es wichtig ist: Diese Transparenz ermöglicht es Managern, Zeitpläne anzupassen, Verzögerungen zu vermeiden und die Effizienz der gesamten Fertigung zu steigern.
7. Labour Productivity – Arbeitsproduktivität
Was es misst: Labour Productivity misst die erledigte Arbeit im Verhältnis zu den geleisteten Arbeitsstunden.
Warum es wichtig ist: Sie zeigt, wie effizient die Belegschaft arbeitet, wo Schulungsbedarf besteht und wo zusätzliche Ressourcen nötig sind. Digitale Arbeitsanweisungen können neue Mitarbeitende schneller einarbeiten und die Gesamtproduktivität steigern.
8. Remaining Time Predictions – Vorhersage der verbleibenden Zeit
Was es misst: Remaining Time Predictions schätzen, wie viel Zeit für eine Aufgabe oder Operation noch benötigt wird – basierend auf aktueller Effizienz.
Warum es wichtig ist: Diese Vorhersagen ermöglichen proaktive Entscheidungen, bevor Verzögerungen entstehen, und verbessern die Ressourcennutzung erheblich.
9. Production Downtime – Produktionsstillstand
Was es misst: Production Downtime misst die Zeit, in der Produktionslinien stillstehen – durch Wartung, Umrüstungen oder unerwartete Probleme.
Warum es wichtig ist: Weniger Downtime bedeutet höhere Produktivität. Digitale Arbeitsanweisungen reduzieren Rüstzeiten und Schulungsaufwand und sorgen für einen reibungsloseren Ablauf.
Wie Sie Daten für Ihre KPIs erfassen
KPIs sind nur so gut wie die Daten, die ihnen zugrunde liegen. Im Jahr 2026 nutzen Hersteller verschiedene digitale Systeme, um Leistungsdaten während des gesamten Produktionsprozesses zu erfassen. Die besten KPI-Strategien integrieren mehrere Datenquellen, anstatt sich auf nur ein System zu verlassen.
Work Instruction Software
Work Instruction Software erfasst Daten genau in dem Moment, in dem die Arbeit ausgeführt wird. Sie ist der Treibstoff für Ihre Fertigungs-KPIs. Während Bediener ihre Aufgaben ausführen, zeichnet das System wichtige Informationen wie Zeitstempel, Fortschritt der Aufgaben, Qualitätsprüfungen und Eingaben der Bediener in Echtzeit auf. Da diese Anweisungen die genauen Schritte vorgeben, sind die gesammelten Daten gut strukturiert und kontextbezogen.
Diese Art von Software beantwortet kritische Fragen wie:
- Wer hat die Aufgabe ausgeführt?
- Wann wurde jeder Schritt abgeschlossen?
- Wurden Qualitätsprüfungen bestanden?
- Welche Abweichungen oder Probleme traten während der Ausführung auf?
- Welche Seriennummern wurden erfasst?
- Welche Teile wurden verwendet?
Diese detaillierte Transparenz ist entscheidend für KPIs wie First Pass Yield, Cycle Time, Labour Productivity, Remaining Time Predictions und den allgemeinen Work Order Status. Anders als bei manueller Berichterstattung oder nachträglicher Dateneingabe sammelt dieses System die Daten automatisch während der Ausführung der Arbeit und verbessert so Genauigkeit und Rückverfolgbarkeit.
MES (Manufacturing Execution Systems)
MES konzentriert sich auf den Produktionsfluss und Maschinendaten. MES-Systeme verfolgen den Fortschritt von Arbeitsaufträgen, den Zustand von Maschinen, Produktionsraten, Downtime und die Einhaltung von Zeitplänen in der gesamten Fertigungsanlage. Sie eignen sich hervorragend, um einen Überblick über das Geschehen auf dem Shopfloor zu geben.
Allerdings liefern MES-Daten oft nicht den menschlichen Kontext hinter Ereignissen. Deshalb ist die Kombination von MES-Daten mit Work Instruction Software (oder einem System, das beides kombiniert) ein deutlich leistungsfähigeres Werkzeug für Analysen.
Mehr erfahren: Is MES Integration Important?
QMS (Quality Management Systems)
QMS sind darauf ausgelegt, Compliance, Audits, Non-Conformance-Fälle und Korrekturmaßnahmen zu verwalten. Diese Systeme sind essenziell für Branchen mit strengen Vorschriften und für langfristige Qualitätsverfolgung, zeichnen Daten jedoch meist erst auf, nachdem Probleme entdeckt wurden.
Wenn QMS-Plattformen Echtzeitdaten aus Arbeitsanweisungen und Inspektionen erhalten, können sie proaktiver arbeiten und Qualitätsprobleme verhindern, statt nur darauf zu reagieren. Dies führt zu einem besseren Feedback-Loop zwischen Produktion, Qualitätsergebnissen und kontinuierlichen Verbesserungen.
Vernetzte Geräte & Sensoren
Vernetzte Werkzeuge, Maschinen, PLCs und Sensoren liefern präzise In-Process-Qualitätsprüfungen und detaillierte Daten wie Zykluszählungen, Drehmomentwerte, Temperaturmessungen, Laufzeiten und Downtime-Ereignisse. Diese Daten ermöglichen modernen Herstellern detaillierte eDHRs und Produktionshistorien.
Während Sensordaten zeigen, was Maschinen getan haben, liefert die Kombination mit Work Instruction Software ein vollständiges Bild: Wer hat die Maschine bedient? Welche Anweisungen wurden befolgt? Welche Produkte wurden hergestellt? Welche Qualitätsdaten liegen vor?
Diese Integration verwandelt Rohdaten in umsetzbare Erkenntnisse.
KPIs verstehen und visualisieren mit Business-Intelligence-Software
Die meisten modernen Fertigungsplattformen bieten einfachen Zugriff auf operative Kennzahlen direkt im System. Mit Dashboards, Berichten und KPIs sehen Sie schnell, was auf dem Shopfloor passiert – etwa den Fortschritt von Arbeitsaufträgen, Produktivitätsniveaus, Qualitätsprüfungen und Fertigstellungsstatus. Diese Transparenz hilft Führungskräften und Mitarbeitenden, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Fertigungssoftware, insbesondere digitale Work-Instruction-Plattformen, ist hervorragend darin, wichtige Daten genau dann zu erfassen, wenn Aufgaben ausgeführt werden. Durch interaktive Anleitungen, smart forms und Arbeitsauftragsverfolgung können Hersteller konsistent Daten zu Zeitstempeln, Mengen, Qualitätsresultaten und Bedienerfeedback sammeln.
Allerdings möchten Unternehmen ihre KPIs oft mit einem datenanalytischen System ergänzen, das flexible Visualisierungen ermöglicht. Hier kommt Business Intelligence (BI) ins Spiel.
Wo BI-Software Mehrwert schafft
Der größte Vorteil von BI-Software ist die Möglichkeit, maßgeschneiderte Dashboards zu erstellen und komplexe Datensätze in visuelle KPIs zu verwandeln, die schnellere Entscheidungen ermöglichen.
- Daten aus mehreren Quellen kombinieren: Zusammenführung von ERP-, Qualitäts-, Personal- und Planungsdaten für ein vollständiges Bild.
- Individuelle KPI-Dashboards erstellen: Rollenbasierte Dashboards für Führungskräfte, Werkleiter und CI-Teams.
- Trends über die Zeit analysieren: Erkennen saisonaler Muster und langfristiger Verbesserungsmöglichkeiten.
- Leistung über verschiedene Faktoren vergleichen: Analyse nach Standort, Linie, Produkttyp, Schicht oder Team.
Wie Fertigungssoftware und BI zusammenarbeiten
- Fertigungssoftware erfasst und strukturiert Daten: Digitale Arbeitsanweisungen, Smart Forms und Work-Order-Reporting sorgen für präzise, kontextbezogene Daten.
- BI-Software verwandelt Daten in Erkenntnisse: BI-Tools visualisieren, verknüpfen und analysieren Daten für bessere strategische Entscheidungen.
Warum Fertigungs-KPIs im Jahr 2026 wichtig sind
Der Erfolg moderner Fertigung hängt davon ab, Echtzeitdaten vom Shopfloor zu nutzen und strategisch auszuwerten. Key Performance Indicators (KPIs) spielen dabei eine zentrale Rolle. Wenn diese KPIs auf präzisen Daten basieren und durch Business Intelligence (BI) ergänzt werden, können Unternehmen:
- Probleme schneller lösen
- Bessere Planungsentscheidungen treffen
- Kontinuierliche Verbesserungen mit Zuversicht vorantreiben
Anstatt sich auf veraltete Daten oder unübersichtliche Tabellen zu verlassen, erhalten Hersteller eine klare und umsetzbare Sicht auf ihre Leistung. Dieser Ansatz verwandelt Rohdaten in nachhaltigen operativen Erfolg.
