Visuelles Management

Was ist visuelles Management?

Visuelles Management ist eine Lean-Methode, die es den Menschen ermöglicht, durch visuelle Hinweise und Anweisungen schnell und effektiv zu kommunizieren. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass visuelles Management von verschiedenen Unternehmen eingesetzt wird, um ihren Mitarbeitern schnelle und präzise Informationen zu vermitteln.

Straßenschilder, Ampeln und Fahrbahnmarkierungen sind perfekte Beispiele dafür, wie visuelle Bilder komplexe und dennoch intuitive Informationen vermitteln können, ohne dass explizite textliche oder verbale Anweisungen erforderlich sind.

Weitere gängige Beispiele für visuelles Management sind farbcodierte Systeme, visuell dargestellte Regeln/SOPs, Markierungen an Wänden, Böden und Regalen, Etiketten, Leistungskennzahlen und visuelle Arbeitsanweisungen.

Das visuelle Management muss vor allem die folgenden drei Merkmale aufweisen:

  1. Intuitiv: Die Arbeitnehmer sollten in der Lage sein, die visuellen Hinweise schnell zu erkennen.
  2. Schnell: Die Informationen sollten der jeweiligen Situation angemessen sein.
  3. Entscheidend: Jedes visuelle Management sollte eine entsprechende Aktion nach sich ziehen, um nützlich zu sein.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Visuelles Management ist eine Lean-Methode, bei der den Mitarbeitern Informationen visuell vermittelt werden.

  • Zu den Vorteilen des visuellen Managements gehören eine größere Konsistenz des Verständnisses, Verantwortlichkeit und Transparenz.

  • Visuelle Managementhinweise sollten selbsterklärend, intuitiv und zugänglich sein.

  • Durch einen visuellen Rahmen benötigen die Mitarbeiter weniger Schulungen.

Der Zweck des visuellen Managements

Das Hauptziel des visuellen Managements besteht darin, wichtige Informationen in Echtzeit zu vermitteln. Die Praxis bietet den Mitarbeitern im Wesentlichen intuitive visuelle Hinweise, wie z. B. Schilder, Warnhinweise und Anzeigen, die ihnen helfen, die aktuellen Bedürfnisse des Unternehmens oder der Arbeitsumgebung zu erkennen.

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Im Ergebnis bietet das visuelle Management den Unternehmen ein besseres Verständnis der Prozesse, eine einheitliche Vorgehensweise, Verantwortlichkeit und Transparenz.

Der Zweck des visuellen Managements lässt sich in 5 Kategorien zusammenfassen.

1. Informationen weitergeben

In erster Linie wird visuelles Management eingesetzt, um Informationen weiterzugeben. Denken Sie zum Beispiel an die Toilettenschilder auf einem Flughafen: Trotz der unzähligen Sprachen, die auf einem Flughafen gesprochen werden, kann jeder das Symbol für eine Toilette oder einen Stock verstehen.

2. Standards kommunizieren

Der Austausch von Informationen ist zwar von größter Bedeutung, aber nicht alle Methoden des Informationsaustauschs sind gleich. Menschen neigen dazu, Informationen unterschiedlich zu interpretieren, was zu Unstimmigkeiten bei der Arbeit führt. Visuelle Methoden haben jedoch oft die Nase vorn und ermöglichen es Organisationen, Standards effizienter zu vermitteln.

Es gibt eine beliebte Lean-Übung, bei der die Teilnehmer standardisierte Textanweisungen erhalten, um ein Schwein zu zeichnen. Da jeder Teilnehmer die gleichen Anweisungen erhält, sollte man meinen, dass die Schweine aller Teilnehmer gleich aussehen würden. Aber nein, nicht einmal annähernd.

Sie können jedoch ein höheres Maß an Konsistenz erreichen und Standards leichter vermitteln, wenn Sie visuelle Hinweise geben und zeigen, wie das fertige Schwein aussehen soll.

Auf diese Weise können die Arbeitnehmer Wissen sowohl aus Informationen als auch aus visuellen Standards ableiten.

Lightbulb Pro Tip

Pro Tip

Ein wesentliches Merkmal eines jeden Plans für visuelles Management ist, dass die visuellen Hinweise immer selbsterklärend und intuitiv sein sollten. Wenn die Mitarbeiter sich über die Bedeutung von Schildern, Markierungen oder digitalen Anzeigen nicht im Klaren sind, kann die Praxis nicht ihr volles Potenzial entfalten.

3. Probleme hervorheben

andon light

Visuelles Management ermöglicht es den Menschen auch, Probleme schnell zu erkennen. Denken Sie daran, dass wir Menschen instinktiv wissen, dass Grün gut ist, Gelb für Vorsicht steht und Rot schlecht ist. Dieses grün/gelb/rote System wird häufig in Tabellenkalkulationen, Alarmen und so ziemlich überall sonst verwendet.

Automatisierte Systeme, die Andon-Verfahren erleichtern, sind perfekte Beispiele dafür, wie visuelle Hinweise und dieses grundlegende Farbsystem Teams dabei helfen, Probleme zu erkennen und sich um sie zu kümmern, sobald sie auftreten. Sobald das rote Andon-Licht aktiviert ist, wissen Vorgesetzte und Mitarbeiter, wo das Problem liegt.

4. Probleme lösen und verhindern

Wenn in der Fertigung Probleme auftreten, müssen die Hersteller schnell reagieren, um sicherzustellen, dass sich diese Probleme nicht ausbreiten und andere Produktionsbereiche beeinträchtigen. Gleichzeitig müssen Führungskräfte und Teams Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass das Problem erneut auftritt.

Wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter einen Schritt übersieht und eine große Menge Wasser auf dem Boden verschüttet, kann das Management drei Lösungsstufen anwenden, um das Problem zu entschärfen und gleichzeitig zukünftige ähnliche Unfälle zu verhindern.

  1. Anbringen von Schildern, die die Mitarbeiter in dem Bereich darauf hinweisen, dass der Boden nass und rutschig ist.
  2. Führen Sie eine Ursachenanalyse des Problems durch.
  3. Sobald der Bereich gereinigt ist, streichen Sie die Stufe gelb an, um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter die Stufe sehen und nicht stolpern, wenn sie eine Stufe nehmen.

5. Ausbildung reduzieren

Je weniger intuitiv ein Vorgang ist, desto mehr Schulungen benötigen die Mitarbeiter. Visuelles Management versucht, intuitive Symbole, wie z. B. auf dem Boden angebrachte Pfeile und visuelle SOPs, zu verwenden, um alle Mitarbeiter anzuleiten und zu führen. Dieses Maß an ständiger Anleitung bedeutet, dass die Aufgaben einfach sind.

Visuelles Management ersetzt zwar keine Schulungen, aber visuelle Hinweise und Anweisungen in Schlüsselbereichen ermöglichen es den Mitarbeitern, intuitiv zu wissen, wohin sie gehen müssen, was sie zu tun haben und in welche Richtung die Arbeit gehen soll.

4 Arten des visuellen Managements in der Fertigung

Visuelles Management Typ 1: Fabriklayout

Beim visuellen Management dreht sich alles um Standort, Standort, Standort. Da wir Menschen uns in hohem Maße auf unser Sehvermögen verlassen, um uns in unserer Umgebung zurechtzufinden und sie zu verstehen, trägt die Lage der Arbeitsbereiche und Montagelinien direkt dazu bei, dass die Mitarbeiter den Arbeitsablauf besser verstehen.

Bei der Planung des Layouts Ihrer Fabrik sollten die Hersteller ein intuitives Layout bevorzugen, in dem sich die Mitarbeiter leicht zurechtfinden und das sie verstehen. Innerhalb von Montagelinien sollten Sie an kritischen Punkten Markierungen und visuelle Indikatoren anbringen, um wichtige Informationen zu vermitteln und sicherzustellen, dass die Arbeit immer vom Anfang bis zum Ende fließt. Ebenso können Unternehmen Pfeile auf dem Boden anbringen, um den nächsten Schritt oder die nächste Arbeitszelle innerhalb der Produktion anzuzeigen.

Visuelles Management Typ 2: Werkzeuge und Teile

Im Rahmen der 5S-Lean-Methodik hat alles seinen Platz. Dies trägt dazu bei, den Arbeitsbereich aufgeräumt zu halten, und verringert gleichzeitig die Zeit, die mit der Suche nach fehlenden Teilen verschwendet wird. Hersteller können die Sauberkeit und Organisation ihrer Werkzeuge und Teile durch visuelles Management verbessern.

Schattenbrett

Beispiele für diese Art des visuellen Managements sind Shadow Boards und Kaizen Foams, die die Platzierung von Werkzeugen an Wänden oder in Werkzeugschubladen kennzeichnen. Anstatt dass die Mitarbeiter lose Werkzeuge oder Teile in eine Schublade werfen, gibt es für jedes Teil einen bestimmten Platz. Dieses Maß an visueller Organisation hilft den Arbeitern zu wissen, wo die Werkzeuge hingehören, schafft eine standardisierte Platzierung aller Werkzeuge und hilft den Arbeitern gleichzeitig, schnell zu erkennen, wenn ein Werkzeug fehlt oder fehl am Platz ist.

Visuelles Management Typ 3: Markierungen

Markierungen helfen den Arbeitern, bestimmte Bereiche in der Werkstatt visuell zu identifizieren, z. B. Gabelstaplerspuren, Maschinenbeschriftungen und bestimmte Bereiche für den Fußgängerverkehr. Am häufigsten werden Markierungen für das visuelle Management verwendet, um die Sicherheit zu gewährleisten. Dazu können Hochspannungsschilder gehören, aber auch Bereiche, die zum Schweißen oder für andere gefährliche Tätigkeiten vorgesehen sind.

Markierungen sind in der Werkstatt immer präsent, da sie Informationen kennzeichnen, die immer sichtbar sein müssen.

Visuelles Management Typ 4: Digitale Anzeigen

Im Gegensatz zu den drei vorhergehenden Arten des visuellen Managements zeigen digitale Anzeigen den Mitarbeitern dynamische Informationen, die sich ständig ändern.

Digitale Anzeigen können auf zwei Arten eingesetzt werden.

  1. Anzeige von Schlüsselkennzahlen: Hier können die digitalen Anzeigen den Mitarbeitern in Echtzeit die wichtigsten Leistungsindikatoren anzeigen, so dass die Teams erkennen können, ob die Produktion im Rückstand ist. Ein Beispiel hierfür wäre die Anzeige der aktuellen Kennzahlen aus einem DMS (Daily Management System). Oft sind diese Kennzahlen farblich gekennzeichnet, so dass die Mitarbeiter auf die Anzeige schauen und schnell erkennen können, ob es ein Problem gibt. Die Anzeigen sind hoch angebracht, so dass alle Benutzer die Informationen auf einem Bildschirm sehen können.

  2. Arbeitsanweisungen anzeigen: Digitale Anzeigen leiten die Arbeiter mit spezifischen visuellen Anweisungen an und/oder zeigen die entsprechenden SOPs an. In diesem Fall haben die Arbeitnehmer oft ihren eigenen Bildschirm, mit dem sie interagieren können, um die spezifischen Anforderungen ihrer Arbeit visuell und intuitiv zu verstehen.

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Arbeitsanweisungssoftware verwendet Bilder, Videos und Anmerkungen, um die genauen Maßnahmen, die die Arbeitnehmer ergreifen müssen, visuell und umfassend darzustellen.

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